Die einzige Region Italiens im Plural: Die Marken - ein Zusammenschluss aus ehemals polititsch, kulturell und sozial unabhängigen Gebieten. Die Mark als abgegrenztes Gebiet, als Durchgangsbereich und damit auch als Raum der Begegnung und des Austauschs - dieses geschichtliche Erbe erklärt bereits eine der Besonderheiten der Region: ihre Vielfalt. Das Territorium, weithin für seine Schönheit bekannt, ist großflächig in zwei charakteristische Landschaften geteilt: Ganz im Gegensatz zum östlichen Gebiet, wo sich das Land von den Ausläufern des Appennin sanft zum adriatischen Meer hin erstreckt, erheben sich im Westen Hügel- und Bergketten, durchbrochen von engen Flussläufen und weiten Tälern. Das Inland ist also überwiegend von der Bergkette des märkischen Appennin geprägt, dessen höchste Erhebungen sich in den Sibilliner Bergen im gleichnamigen Nazionalpark finden.

In diesem hügeligen Hinterland, etwa 70 km von der Küste entfernt, liegt die Gemeinde von Camerino, Sitz der ersten Mark dieser Region. Die umliegenden Berge zeugen seit Jahrtausenden von der Geschichte der Menschen, die sich auf den Erhebungen und Kuppen zwischen den Talebenen niedergelassen haben, und die letztlich zur Gründung der mittelalterlichen Kommune und der dazugehörigen ländlichen Anwesen geführt hat.

Die zahllosen historischen Bauwerke wie Burgen, Türme und Schlösser, die sich überall in der Region finden, fügen sich in perfekter Weise in die Magie dieser Berglandschaft ein. Das Faszinierende der Gegend hängt auch zusammen mit den Legenden, die sich im Verlauf der Jahrhunderte entwicklet haben, und die diesem Land eine Aura des Verwunschenen gegeben haben. Eine Reise durch Farben, Geschmäcker und Düfte wird zu einer Reise in die Geschichte.

"Land voller Legenden und Feen", so wurden die Sibilliner Berge im 16. Jhdt. beschrieben, regiert von Sibilla Cumana, der legendären Figur aus den griechischen Neïden, welche von Cuma bei Neapel in die märkische Region umgesiedelt war, wo sich zwischen unzugänglichen Bergen auch der Lago di Pilato befindet, so genannt, weil darin der Legende nach der Leichnam des römischen Prokurators verschwand, nachdem er von einer Herde Büffel dorthin geschleppt wurde. Und tatsächlich erscheint der See, allerdings verursacht durch den Fortpflanzungszyklus gewisser Planktontierchen, einmal im Jahr rot.

Abgesehen von den Legenden sind die Sibilliner Berge Teil des Apennin, eine Kette von etwa zwanzig Gipfeln gebildet aus Kalkstein, wie dem Monte Vettore (2476 m), dem Pizzo della Regina (2332 m) und dem Monte Sibilla (2173 m).

Reich ist auch die Flora dieser Gegend: Am ausgedehntesten sind die Eichenwälder, aber auch Hainbuchen-, Blumeneschen- und Buchenwälder finden sich hier, außerdem wilde kleinblütige Alpenveilchen und in höheren Regionen Edelweiß.

Auch die regionale Fauna ist bekannt für ihren Reichtum: Hier gibt es Wölfe, Adler, Wildkatzen, Sperber, Wildschweine, Steinböcke, Wanderfalken und seit einiger Zeit auch Stachelschweine. Eine ganz besondere Spezies ist Chirocephalus Marchesonii, eine prähistorische Form der Crostaceen, die nur im Lago di Pilato überlebt hat und diesem zu seiner rötlichen Färbung verhilft.

Außerordentlich ist der kulturelle Reichtum im Nationalpark mit seiner Gesamtfläche von 70.000 Hektar, 18 Gemeinden und über 16.000 Einwohnern. Hier finden sich in hoher Dichte mittelalterliche Stadtzentren wie Visso, Macereto, Norcia etc.

Das Meer Einer der besonders typischen Aspekte der Marken ist ihre Küste, die sich über 180 km weit erstreckt und durch zahllose "blaue Fahnen", die für die besondere Qualität des Wassers stehen, ausgezeichnet ist. Hier findet sich neben den berühmten Badeorten wie Gabicce Mare, Fano, Pesaro, Senigallia, Portonovo, Marcelli, Lido di Fermo, Porto S.Giorgio, Pedaso, San Benedetto del Tronto etc. auch der historische Hafen von Ancona.

Das Gebirge In der Wintersaison kann man bei Sarnano, Bolognola, Ussita und Castel S. Angelo sul Nera, wo sich heute modere Bergbahnen und Pisten verschiedener Schwierigkeitsgrade befinden, zum Skilaufen gehen. Auch zwei Langlaufloipen werden gepflegt. Falls die Schneeverhältnisse nicht ausreichend sind, kann man Winterwanderungen machen, Schlittschuh laufen, Tennis spielen oder ins Hallenbad gehen. Im Sommer gibt es zahlreiche Wanderwege und Mountainbikerouten, auch Höhlenexkursionen und Gleitschirm- und Drachenflug werden angeboten. Das Gebirge bietet jedenfalls sommers wie winters genügend Möglichkeiten für sportlich Aktive.

Rocca Varano, Camerino

Camerino und die Sibilliner Berge

Junger Hirsch

Chirocephalus Marchesonii

Portonovo

Bolognola

Skilift