BIOLOGISCHES BAUEN: MODERNISIEREN – SANIEREN – RESTAURIEREN

Bauarbeiten an bestehenden, und im besonderen Maß an alten Gebäuden auszuführen, ohne dabei das Wohnklima zu beeinträchtigen, ist unser Hauptanliegen. Besonders während der Planungsphase müssen mit Sorgfalt die Materialien und die technischen Anlagen ausgewählt werden, die für die jeweiligen Baumaßnahmen notwendig sind, auch in Hinblick auf einen minimalen Energieverbrauch. Langlebigkeit und möglichst geringe Umweltbelastung sind weitere Aspekte, eine mögliche Entsorgung bzw. Wiederverwertbarkeit (Recycling) muss gewährleistet sein. Darüber hinaus sind die verschiedenen biologischen Baumaterialien auch im Hinblick auf Stabilität, Sicherheit, Brandgefährdung, Isolierwert und Wohnkomfort zu überprüfen.

Üblicherweise werden die Gebäude heutzutage ja immer mehr zu hermetisch abgeschlossenen Einheiten, was auf den Einsatz von Doppelglasfenstern, isolierenden Materialien, Lacken und Klebstoffen zurückzuführen ist, die das Gebäude geradezu einkapseln und die Mauern an ihrer atmenden Funktion behindern: dem Absorbieren und Ausdampfen. Was zur Folge hat, dass der Grad der Umweltbelastung im Inneren der Wohnhäuser oft sehr groß wird, weil man sich direkt dem Einfluss all dieser chemischen Substanzen aussetzt. Um eben diesen Problemen entgegen zu wirken, ist ein Baukonzept, das humane und baubiologische Gesichtspunkte mit einbezieht, indem es natürliche und gesunde Produkte verwendet, so wichtig.

Produktliste.

Eisen = Ein Material, das für tragende Strukturen verwendet wird, z.B. Stahlbeton, Fenster- und Türstürze, Träger für Decken etc. und das nur bei absoluter Unerlässlichkeit eingesetzt werden sollte, da es magnetische Felder aufbaut.

Zement = Häufig verwendetes Produkt, das beim Bau für Verputz, jegliche Maurerarbeiten, für Stahlbeton, Estrich und Fundamente verwendet wird. Häufig mit gesundheitsschädlichen Beimischungen. Ohne Isolierwert, speichert vor allem Feuchtigkeit. Nur in reinem Zustand und nur mit Bedacht einzusetzen.

Gips = Ein unschädliches, natürliches Produkt, weshalb es unbedenklich verwendet werden kann. Dient hauptsächlich zum Innenputz von Wänden und Decken und zur Herstellung von Gipskarton, der wegen seiner schallschluckenden und luftdurchlässigen Eigenschaften gern als Innenverkleidung sowie als Trennwand verwendet wird.

Holz = Das verträglichste Material überhaupt, solange es nicht mit giftigen Substanzen behandelt wird. Wird vor dem Einsatz maschinell oder von Hand bearbeitet. Findet Verwendung für tragende Strukturen, Balken oder Querlatten, sowohl bei der Decken- als auch der Dachkonstruktion, als Fundament bei Pfahlbauten, Pilaster etc. sowie für Innenausbauarbeiten wie Bodenbeläge, Innenwände, Dämmschalungen, Verkleidungen, desweiteren für Zäune, Einfriedungen und Möbel. Holz ist leicht zu bearbeiten, hinterlässt bei der Herstellung keine schädlichen Nebenprodukte, ist sehr gut wieder verwendbar, hat gute Haltbarkeitswerte und optimalen thermischen und akustischen Isolierwert.

Kalk = Wird ausschließlich aus natürlichen Produkten hergestellt. Gebrannter Kalk wird aus Kalkstein gewonnen, der in speziellen Brennöfen bei Temperaturen bis 900 Grad Celsius erhitzt wird. Dieses Produkt muss vor der Verarbeitung erst mit Wasser ‚gelöscht‘ werden und dann gelagert, bevor es zum Innenverputz und Anstrich dient. Ungebrannter Kalk wird auch aus Kalkstein gewonnen, enthält jedoch einen Anteil an Tonerde von mehr als 6-7%. Kalk ist luftdurchlässig, saugfähig und dämmend und wird für den Innenputz sowie alternativ zu Zement als Fugenmörtel verwendet.

Stein = Ein Produkt, das an bestimmten, staatlich oder regional autorisierten Steinbrüchen abgebaut wird. Nach verschiedenen Arbeitsvorgängen ist es in unterschiedlichen Formaten und Qualitäten erhältlich, z.B. zum Einsatz für tragende Mauern, für Stütz- oder Grenzmauern, als Schüttmaterial für tragende Schichten oder Drainagen, als Bodenbelag oder Verkleidungsmaterial und letztlich vermahlen als farbgebende Beimischung für Fugenmörtel. Wiederverwendung von Materialien aus verfallenen Gebäuden ist zu bevorzugen, da der Abbau im Steinbruch eine erhebliche Umweltbelastung mit sich bringt. Granite, Pozzolane (aus Latium) und alle Tuffsteine haben einen leicht überdurchschnittlichen Grad an radioaktiver Strahlung.

Kork = Wird von der Korkeiche gewonnen, die die besondere Eigenschaft hat, eine doppelte Borke zu produzieren und somit nach der Ernte der äußeren Schicht ständig eine neue Schicht nachbilden kann. Das Produkt ist reaktionsträge und besteht aus 30-50 Millionen Zellen pro Kubikzentimeter, die mit Luft gefüllt sind und deren Zellwände auf natürliche Weise mit dem Harz der Korkeiche imprägniert sind. Kork wird in Rohform eingesetzt oder mit Kalk bestrichen, außerdem werden Platten verwendet, die durch Pressen nach vorhergehendem Kochen des Rohmaterials entstehen. Kork hat eine erstaunliche Resistenz gegenüber Feuer, ist also ein schwach entflammbares Material, ist atmungsaktiv und beständig gegen Wasser/Feuchtigkeit und wird nicht von Parasiten oder Schimmel befallen. Wird als Wärme- und Schalldämmung an Wänden, Decken und Böden verwendet.

Blähtongranulat = Ein natürliches Produkt, das durch Brennen von Ton bei Temperaturen bis zu 1200 Grad Celsius entsteht, wobei das Volumen bis um das 6-fache erhöht wird und das Material eine besondere Leichtigkeit erhält. Es ist feuerresistent, wärmedämmend und nicht absorbierend. Es findet Einsatz als Dämmstoff, als leichte Schüttung sowie als Beimengung zur Herstellung wärmedämmender Ziegel für Zwischenwände.

Lehm = Natürliches Produkt, das seit der Antike weite Verbreitung nicht nur im Bauwesen findet. Es wird noch heute, mit Sand und/oder Stroh vermischt, zum Verputzen oder als Fugenmaterial für nicht tragende Mauern verwendet. In Form gebracht und in der Sonne getrocknet kann mit diesem Material auch gemauert werden, was jedoch nur bei einem besonders trockenen Klima zu empfehlen ist.

Ziegel = Hergestellt aus verschiedenen Tonen, die mit Wasser geknetet und nach einem natürlichen Trockungsvorgang in speziellen Brennöfen bei hohen Temperaturen gebrannt werden, erhält man diverse Typen von ‚Backsteinen‘, die voll oder hohl sein können, und denen je nach Beimischung, wie etwa Holz oder Perlite, verschiedene Dämmwerte zugeordnet werden können. Ziegelsteine finden Verwendung für tragende Mauern wie für leichte Innenwände, werden bei Dach- bzw. Deckenkonstruktionen auf die Querlattung sowie als Bodenbelag verlegt bzw. als Mönch und Nonne zur Dachdeckung verwendet.

Leinöl = Wird durch Pressung der Leinsamen gewonnen und dient zum Schutz von Holz, Ziegel und Stein, wobei die Atmungsaktivität und Ursprünglichkeit der Materialien gewahrt bleibt.

Wachse = Gewinnt man aus Bienenwachs, Leinöl und anderen Naturprodukten. Bewirken bei Holz, Ziegeln und Stein eine undurchlässige Schutzschicht. Werden hauptsächlich zur Pflege und bei der Restaurierung von Möbeln eingesetzt.

 

SONNENENERGIE

Dank moderner Technologie können wir heutzutage mit Sonnenenergie unsere Häuser heizen und beleuchten, seien sie nun alt oder neu. Es wird Zeit diese Innovationen auch zu nutzen, denn die traditionellen Ressourcen wie Gas, Mineralöle und deren Derivate werden immer weniger und deshalb immer teurer. Kosten sparen heißt hier durchaus der Umweltverschmutzung entgegenwirken.

Es gibt zwei grundlegend verschiedene Arten Sonnenenergie zu nutzen: Anlagen zur Produktion von Wärme und Anlagen zur Produktion von Elektrizität. Die thermischen Solaranlagen haben einen Wirkungsgrad von 70% (siehe Bild 1).

Um die thermische Solaranlage, wie oben schematisch abgebildet, optimal auszunutzen, wird empfohlen, neben einem sich in der kalten Jahreszeit automatisch zuschaltenden Gasbrenner einen Kamin oder Holz- oder Pelletsofen zu installieren. Die gesamte Anlage besteht also aus einer Solarpannele, einer zentralen Steuerung, einer Pumpe für den solaren Kreislauf, einer Gastherme, einem Holz- bzw. Pelletsofen und einem Sammelbehälter für das Warmwasser, welches von dort aus zu den verschiedenen Versorgungsbereichen gelangt: 1- zentrales Heizsystem mit traditionellen Heizkörpern oder Fußboden-/Wandheizung. 2 – Brauchwasser für Bad und Küche.

 

Eine Photovoltaikanlange verwandelt Sonnenlicht bei einem Wirkungsgrad von 15% in elektrische Energie (siehe Bild 2). Gewöhnlich wird eine solche Anlage an das bestehende Stromnetz angeschlossen. Nur in extremen Situationen, wie z.B. einer Berghütte oder gänzlich abgelegenen Häusern, wo der Anschluss an das Stromnetz zu teuer oder gar unrealisierbar ist, wird eine solche Anlage auch ohne Integration ins Stromnetz realisiert. Ein solches isoliertes System bedarf leistungsstarker Akkumulatoren, um für Zeiten mit unzureichender Einstrahlung von Sonnenenergie gerüstet zu sein.

Die photovoltaische Anlage, wie oben dargestellt, besteht aus den eigentlichen energieerzeugenden Photovoltaik-Modulen, aus einem Konverter, der den Gleichstrom in Wechselstrom verwandelt, einem Ladungsregler, Akkubatterien, Leitungen und ähnlichem Elektrobedarf.

Diese Anlagen zeichnen sich aus durch ihre Zuverlässigkeit, da sie ohne jegliche Mechanik auskommen, weiterhin durch ihre Geräuscharmut sowie durch eine geringe Wartung. Außerdem entstehen keinerlei schädliche Substanzen für die Gesundheit und die Kosten für Elektrizität werden gesenkt.

 

WINDENERGIE

Von geringerer Bedeutung für den Privathaushalt ist die Windenergie, also elektrische Energie, die mithilfe von Windgeneratoren an ausgesuchten Standorten mit möglichst gleichmäßigen Winden erzeugt wird. Kleinere Windanlagen werden seit langem auf Schiffen oder anderen großen Fahrzeugen realisiert, natürlich auch an kleineren isolierten Häusern, heutzutage auch zur Bedienung der Beleuchtungsanlagen von Gebäuden, zur Beleuchtung von Gärten und Innenhöfen sowie zu anderen ähnlichen Zwecken. Solche kleinen Anlagen sind durchaus zuverlässig, leise und leicht zu installieren. Bild 3 stellt schematisch eine solche Anlage dar und zeigt ihre wichtigsten Komponenten.